Blühkalender für bienenfreundliche Pflanzen im Garten und Balkon

0

  • Wildbienen und bestäubende Insekten sind vom Aussterben bedroht.
  • Zur Erhaltung der Wildbiene können wir Gärten und Balkone bienenfreundlich gestalten.
  • Es gibt eine große Bandbreite an bienenfreundlichen Pflanzen, die sehr pflegeleicht sind.
  • Ob Sonne oder Schatten; Garten oder Balkon: Mit dem Blühkalender kannst Du Bienen immer mit Nahrung versorgen.

Das Spektakel was sich jedes Jahr aufs Neue in unseren Gärten und Balkonen abspielt, ist eines der wunderschönsten Zusammenspiele in der Natur. Pflanzen bilden opulente Blüten aus, die mit ihrem Duft und ihrer bunten Farben Bienen anlocken, die sich am Nektar und Pollen der Pflanzen satt essen. Dabei verfangen sich auch Pollen in den dichten Haaren der Bienen, die sie dann zur nächsten Pflanze tragen und sie damit bestäuben. Erst wenn diese Bestäubung vollzogen ist, ist die Pflanze befruchtet und kann Früchte oder Samen ausbilden.

Trotz dieser immens wichtigen Aufgabe gibt es leider einen erschreckenden Trend in Deutschland und auf der ganzen Welt: Wildbienen und andere bestäubende Insekten sterben aus! Einer der Gründe hierfür ist, dass es zu wenig geeignete Nahrungsquellen für Wildbienen gibt. Indem wir bienenfreundliche Pflanzen in unseren Gärten und Balkonen gedeihen lassen, können wir einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Wildbiene leisten. Und das Beste daran: Es ist ganz einfach seinen Garten bienenfreundlich zu gestalten, denn es gibt für alle Standorte – ob sonnig oder schattig – eine geeignete Pflanze.

Thematik Bienenfreundliche Pflanzen
Pflanzenklassen Gehölze, Stauden, Saisonpflanzen und Wildblumen
Blütezeit Je nach Witterung Februar bis Oktober
Standorte Garten, Balkon, Terrasse, Blumenkasten, sonnig bis schattig
Pflege Sehr pflegeleicht: Nur Wässern, nicht Düngen
Beispielpflanzen Weiden (Salix), Natternköpfe (Echium), Glockenblumen (Campanula)

Bienenfreundliche Pflanzen: Wieso lieben Bienen Blumen?

Schon im Bio-Unterricht in der Schule geht es um die „Bienchen und die Blümchen“. Aber kannst Du Dich daran erinnern, warum Bienen die Blumen überhaupt lieben? Der Grund ist nicht unbedingt, weil Blumen so schön sind – auch wenn ihre Schönheit was mit den Bienen zu tun hat – sondern weil Bienen sich und ihren Nachwuchs durch den Nektar und Pollen in Blüten ernähren. Das Ganze ist eine Win-win-Situation für die Bienen und für die Pflanzen. Um das Alles besser zu verstehen, machen wir einen kurzen Ausflug in die Geschichte.

Im Gegensatz zu Menschen und Tieren können sich Pflanzen nicht fortbewegen, was sie bei der Partnersuche erheblich einschränkt. Denn auch Pflanzen müssen sich irgendwie fortpflanzen, um Nachkommen zu zeugen. Wie bei anderen Lebewesen gibt es auch bei Pflanzen männliche und weibliche Individuen – und manche Pflanzen sind sogar männlich und weiblich gleichzeitig! Da gibt es Pflanzen, deren Blüten an einer Stelle ein weibliches Fortpflanzungsorgan haben und direkt daneben liegen männliche Samenzellen in Form von Pollen, der auch Blütenstaub genannt wird. Andere Pflanzen wiederum bilden sowohl männliche Blüten als auch weibliche Blüten zusammen an einer Pflanze aus. Aber es gibt auch Pflanzen, die entweder weibliche oder männliche Blüten ausbilden. Bei so vielen Unterschieden haben Pflanzen eins gemeinsam: Um sich fortzupflanzen, müssen die männlichen Samenzellen (Pollen) die weiblichen Fruchtblätter (Blütenstempel) befruchten. Sobald diese befruchtet sind, bilden sich Früchte oder Samen – also die Nachkommen der Pflanze.

Schematisches Diagramm einer Blüte
Schematisches Diagramm einer Blüte © Michael Watson/Clker-Free-Vector-Images auf Pixabay

Die Bienchen und die Blümchen: Evolution von bienenfreundlichen Pflanzen

Das Problem bei der Sache ist aber, dass die männlichen Samenzellen nicht von allein auf die weiblichen Fruchtblätter gelangen. Als die ersten Landpflanzen vor etwa 300 Millionen Jahren erstmals Pollen ausbildeten, wurden diese hauptsächlich vom Winde verweht und mit etwas Glück landeten sie auf dem Blütenstempel. Etwas später kamen dann die ersten Käfer, die die Samenzellen von Blüte zu Blüte trugen, aber auch das war nicht sonderlich effizient. Erst als sich die ersten Fluginsekten entwickelten und hungrig den süßen Nektar der Pflanzen tranken, ging das große Bestäuben erst richtig los.

Diesen evolutionären Schritt nennen Biologen heute „Koevolution“, da sich Tiere und Pflanzen gegenseitig stark beeinflusst haben. Zwar vertilgten oder verfütterten viele Insekten den leckeren Pollen der Pflanzen, allerdings blieb auch viel davon an den Tieren haften und wurden so als „blinder Passagier“ zu anderen Pflanzen gebracht, wo sie eine Befruchtung auslösten. Diese Rekombination und Austausch von genetischem Material verschiedener Individuen sorgte (und sorgt immer noch) dafür, dass sich die Nachkömmlinge weiterentwickeln und an die Umwelteinflüsse anpassen.

Ein paar hundert Millionen Jahre später und das Prinzip hat sich nicht wirklich geändert: Bienen und andere Insekten fliegen in die Blüte der Pflanze A, um den Nektar und Pollen zu naschen und dabei verfängt sich Blütenstaub in ihren Haaren. Sobald die Blüte „leer gesaugt“ ist, fliegt die Biene weiter und landet in der nächsten Blüte, um dort weiter zu essen und hinterlässt so den Blütenstaub von Pflanze A auf den weiblichen Fruchtkörper von Pflanze B. Damit ist diese Blüte befruchtet und es kann eine Frucht oder Samen entstehen.

Über die Jahrmillionen entwickelten Pflanzen Strategien, um Bienen und andere Insekten anzulocken: Die meisten Insekten sehen nämlich nicht sonderlich gut und um sie auf sich aufmerksam zu machen, bildeten Pflanzen große, bunte Blüten aus, die lecker duften. Wenn eine umher schwirrende Biene eine schöne, bunte Blüte sieht, erhofft sie sich davon eine leckere Mahlzeit. Besonders gelbe und blaue Blüten scheinen Bienen zu gefallen und sobald sie darauf landen, stecken sie ihren Rüssel in die Narbe der Pflanze und saugen dort den Nektar heraus. Honigbienen sammeln diesen Nektar in ihrer Honigblase und bringen ihn zurück zu ihrem Volk, wo er dann zu Honig gemacht wird. Die Wildbiene sammelt Nektar und Pollen, den sie dann in ihre Brutzellen packt, damit ihr Nachwuchs für die lange Brutzeit genügend Proviant hat.

Verschiedene bienenfreundliche Pflanzenarten

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Bienen offene und kelchförmige Blüten besonders lieben, da sie leichter an den Nektar kommen als bei gefüllten Blüten. Hierzulande gibt es unzählige Pflanzen, die Bienen und andere Insekten mit Nahrung versorgen und im Gegenzug von ihnen dann bestäubt werden und sich so fortpflanzen. Dabei sind es nicht nur Blumen und Wiesen, die Bienen anlocken, sondern auch viele Bäume, Sträucher, Stauden, Kletterpflanzen und Kräuter. Dabei unterteilen wir die verschiedenen Pflanzen in drei Gruppen: Gehölze, Stauden und Saisonpflanzen.

Bienenfreundliches Gehölz: Welche Bäume und Sträucher mögen Bienen?

Unter Gehölz versteht man Bäume, Sträucher und Kletterpflanzen. Diese haben meist tiefe Wurzeln, verzweigte Äste und können sehr groß werden – daher eignen sie sich nicht unbedingt für den Blumenkasten, sondern eher für den Garten. Sie sind winterhart (das heißt, sie überstehen niedrige Temperaturen) und können Jahr für Jahr blühen und Früchte tragen. Zu den bienenfreundlichen Gehölzen gehören:

  • Apfelbaum,
  • Birnenbaum,
  • Haselnuss,
  • Lavendel,
  • Weide und
  • Wilder Wein.

Das ist natürlich bloß ein kleiner Auszug aus (heimischen) bienenfreundlichen Gehölzen. Bee friendly hat für Dich auch eine ausführliche Liste mit bienenfreundlichen Gehölzen zusammengestellt, damit Du beim nächsten Besuch in der Gärtnerei keinen Fehlkauf machst.

Schon allein wegen der Größe von Bäumen und Sträuchern bieten sie Bienen und anderen Insekten ein riesiges Nahrungsangebot. Und nachdem sie von den fleißigen Bienchen bestäubt werden, bieten sie auch uns Menschen viel Nahrung in Form von Äpfeln, Birnen oder Kirschen. Denn nur wenn die Blüten bestäubt werden, kann sich eine Frucht ausbilden. Kletterpflanzen fallen auch in die Kategorie der Gehölze und erfüllen gleich zwei wichtige Aufgaben für Bienen: Zum einen bieten sie Bienen Nahrung und zum anderen Unterschlupf.

Bienenfreundliche Stauden: Mehrjähriger Nektargenuss

Stauden sind krautige und ausdauernde Blütepflanzen, deren Pflanzenteile nicht (oder nur wenig) verholzen. Der Großteil der heimischen Stauden sind winterhart und treiben mehrere Jahre aus den Wurzelstöcken aus. Es gibt einige bienenfreundliche Staudenarten, die auch in Blumenkästen, Töpfen oder Kübeln gedeihen – somit eignen sie sich auch für den Balkon oder die Terrasse. Bienenfreundliche Staudenarten sind, zum Beispiel:

  • Wald-Erdbeere,
  • Gänseblümchen,
  • Glockenblume,
  • Katzenminze und
  • Oregano.

Auch hier haben wir für Dich eine ausführliche Liste mit bienenfreundlichen Staudenarten zusammengestellt, damit Du immer weißt, welche Stauden Du mit gutem Gewissen pflanzen kannst.

Stauden sind eine sehr vielfältige Pflanzengruppe: Es gibt Stauden für sonnige und für schattige Plätze; es gibt Stauden für den Garten und für den Blumenkasten; und es gibt sogar Stauden, deren Blätter wir Menschen gerne essen! So gehören Oregano, Thymian und Minze zu den Stauden und bieten sowohl für Bienen als auch für uns Menschen leckere und gesunde Nahrung.

Bienenfreundliche Blumen: Saisonpflanzen und Wildblumen

Im Gegensatz zu Gehölzen und Stauden sind Saisonpflanzen und (Wild-)Blumen meistens nicht winterhart und müssen jedes Jahr neu gepflanzt werden. Das Aussähen und die Pflege ist hierbei kinderleicht und im Handumdrehen erledigt. Die meisten Saisonpflanzen und Wildblumen sind filigran und können problemlos in Töpfen oder Blumenkästen gedeihen – aber natürlich auch im Blumenbeet im Garten. Viele Menschen hier in Deutschland kümmern sich Jahr ein Jahr aus mühselig um ihre Balkonpflanzen, wie Geranien. Diese sind zwar für uns Menschen sehr schön, allerdings bieten sie Bienen und Insekten sehr wenig Nahrung.

Das Gleiche gilt auch für gefüllte Blüten, wie die der Rose, Nelke oder Begonien: Der Mensch hat diese Pflanzen so gezüchtet, dass sie mehr Blütenblätter entwickeln. Für uns Menschen sehen die prall gefüllten Blüten wunderschön aus, doch für Bienen sind sie meist ein Reinfall, da sie sich nicht durch die Blütenblätter zum Nektar kämpfen können. Mit der Zeit lernen Bienen diese Blüten zu ignorieren, aber viele Jungbienen vergeuden an solchen Blüten viel Energie und Zeit.

Bienenfreundliche Blumen: Saisonpflanzen und Wildblumen (Kopie)

Glücklicherweise gibt es aber auch (heimische) saisonale Blütenpflanzen, die wir Menschen schön und Bienen lecker finden. Dazu gehören:

  • Borretsch,
  • Hibiskus,
  • Klatschmohn,
  • Kornblume und die
  • Sonnenblume.

Solche Saisonpflanzen bieten Bienen vor allem in den Sommermonaten Nahrung und können ohne Probleme in Blumenkästen auf dem Balkon angepflanzt werden. Wir haben für Dich eine ausführliche Liste mit bienenfreundlichen Saisonpflanzen für den Balkon und Blumenkasten zusammengestellt, damit auch Du den Bienen in Deiner Stadt helfen kannst. Alternativ gibt es auch die fertige Bienensaat von Bee friendly, die eine perfekt abgestimmte Blumenmischung beinhaltet.

Selbst im 13. Stock freuen sich Bienen über einen leckeren Snack.
Selbst im 13. Stock freuen sich Bienen über einen leckeren Snack. © Mario Hauk

Exkurs: Pflanzen für spezialisierte Wildbienen

Unter den heimischen Wildbienen gibt es einige, die nicht sehr experimentierfreudig sind, wenn es um das Essen geht. Diese sogenannten Pollenspezialisten (auch Oligolektische Wildbienenarten genannt) sammeln nur Pollen einer Pflanzenfamilie – manche sogar bloß von einer Gattung. Beispielsweise mag die Dunkle Weidensandbiene nur Weidenarten und die Glockenblumen-Scherenbiene nur Glockenblumen. Rund ein Drittel der etwa 585 Wildbienenarten in Deutschland sind Pollenspezialisten und viele von ihnen sind hierzulande vom Aussterben bedroht. Daher ist es umso wichtiger, dass wir solchen Pollenspezialisten ein reiches Nahrungsangebot darreichen. Wichtige Pflanzen für Pollenspezialisten sind unter anderem:

  • Natternkopf,
  • Kratzdistel,
  • Ringelblume und die
  • Wilde Möhre.

Blühkalender für bienenfreundliche Pflanzen und die Jahreszeiten: Der Winter

Damit Bienen und andere Insekten das gesamte Jahr etwas zu Futtern haben, ist es wichtig ein durchgängiges Blühangebot im Garten oder auf dem Balkon zu haben. In der Natur gibt es viele früh-, mittel- und spätblühende Arten, die je nach Witterung mal früher, mal später in die Blüte gehen.

Die ersten Sonnenstrahlen im Februar schaffen es meist noch nicht die Kälte ganz zu vertreiben und doch lassen sich einige bienenfreundliche Pflanzen nicht von den winterlichen Temperaturen abschrecken. So auch der Kleine Winterling, der in einem milden Winter schon Ende Januar aus der Erde kommt und in uns die Sehnsucht nach dem Frühling weckt. Die gelben Blüten bieten den frühen Hummeln eine energiereiche Kost, die zu dieser kalten Jahreszeit ein wahrer Segen ist. Auch der Frühlings-Krokus wird von Hummeln geliebt, aber auch Honigbienen und Wildbienen, wie die Gehörnte Mauerbiene, naschen gerne am Krokus.

Einer der ersten blühenden Sträucher ist Haselnuss und sorgt bei Allergikern schon im Februar für laufende Nasen und juckende Augen. Doch für die Bienen und Hummeln ist der Nektar der Haselnuss lebensnotwendig und dient Honigbienen als Aufbautracht für die Brut. Schneeglöckchen, die für viele der Inbegriff des Frühlingsbeginns sind, bieten Bienen leider nicht allzu viel Nektar und Pollen; dennoch stauben Hummeln auch hier ab, was geht.

Der März bringt in den Gärten der Nation eine wahre Blütenexplosion und viele Wildbienen erblicken jetzt das Licht des Lebens. Ob als 30 Meter hoher Baum oder als 30 Zentimeter Strauch: Die überaus wichtige Weide beginnt meist Anfang März zu blühen. Innerhalb kürzester Zeit wandeln sich die kleinen haarigen Kätzchen in große gelbe Staubbeutel, die von Wildbienen sehr begehrt sind. Weiter unten am Boden fangen zeitgleich die ersten Tulpen an zu blühen. Diese bieten zwar nicht sehr viel Nahrung für Wildbienen, aber in dieser noch relativ kargen Zeit, werden sie trotzdem gerne beflogen. Ein weiterer Frühlings-Star im Blumenbeet ist die Narzisse. Aber Achtung: Nur die Gelbe Narzisse ist in Deutschland heimisch, daher solltest Du bei der Wahl darauf achten, keine hochgezüchteten Varianten zu kaufen.

Blühkalender für bienenfreundliche Pflanzen: Der Frühling

Das Aprilwetter verweht meist die letzten kalten Tage und lässt den Frühling in Deutschland einkehren. So langsam wird die karge Landschaft immer grüner und in manchen Gärten summt und brummt es schon richtig. Der Löwenzahn ist ein typischer April-Blüher: Das Allround-Talent ist für uns Menschen ein Heilkraut und eine All-You-Can-Eat-Blume für Wildbienen und Co. Der Löwenzahn bietet viel Pollen und viel Nektar und das Beste daran: Er blüht gleich zweimal im Jahr – einmal im Frühling und einmal im Herbst!

Wer im April schon mal im Wald spazieren war, kann es sicherlich bezeugen: Ein penetranter Geruch, der etwas an Knoblauch erinnert, füllt die Luft – doch woran liegt das? Dieser Duft stammt vom Bärlauch, der dicht auf Wiesenflächen unter den Waldbäumen wächst. Oftmals teilt sich der Bärlauch die Fläche mit Wald-Vergissmeinnicht, die gemeinsam ein wahres Blütenmeer zaubern. Maskenbienen, Mauerbienen und ein paar Sandbienenarten lieben es hier und starten gut gelaunt in den Frühling.

Abseits vom Wald, in den Gärten der Menschen, beginnen im April auch die ersten Obstbäume zu blühen. Der Apfelbaum – und bei hohen Temperaturen auch der Birnenbaum – gehen im April in die Blüte und freuen sich über fleißige Bestäuber. Denn sowohl Apfel- als auch Birnenbäume sind nicht selbstbefruchtbar. Wenn Du also einen Apfelbaum pflanzen möchtest, solltest Du Dich vorher in Deiner Nachbarschaft umsehen und Dich vergewissern, dass es in der Nähe einen weiteren Apfelbaum gibt. Nur wenn die Pollen eines anderen Apfelbaums die Blütenstempel Deines Apfelbaums bestäubt, können Früchte entstehen.

Im Monat Mai beginnt für viele Bienen und Insekten eine wahre Massephase: Zahlreiche wunderschöne Blumen beginnen zu blühen und bieten viel Pollen und Nektar. So bringt der Klatschmohn, der in den letzten Jahren immer seltener geworden ist, seine roten Blüten zum Vorschein. Das strahlende rot blitzt vor allem auf Äckern oder am Straßenrand empor und bietet Pollenspezialisten, wie der seltenen Mohnbiene, Nahrung. Ebenso bedroht ist die Wiesen-Glockenblume, die auf mageren, frischen Wiesen wächst und äußerst anspruchslos ist. Die Glockenblume wird auch von Pollenspezialisten angeflogen und ist damit ein wichtiger Bestandteil unseres Ökosystems.

Die Himbeere ist nicht nur bei den Schleckermäulchen unter uns Menschen beliebt, sondern auch bei vielen (spezialisierten) Wildbienen. Zwar duften die Blüten der Himbeere nicht, dafür gibt es hier allerdings reichlich Nektar und Pollen. Auch die Brombeere und die Preiselbeere fangen im Mai an zu blühen und bieten auch Pollenspezialisten Nahrung an.

Blühkalender für bienenfreundliche Pflanzen: Der Sommer

Der Juni läutet den Sommer ein und es gibt die ersten heißen Tage. Jetzt sind es die hitzeresistenten und nicht zu durstigen Pflanzen, die in die Blüte gehen. Beispielsweise beginnt im Juni die heimische Wilde Malve an zu blühen. Die Malve liebt die Sonne so sehr, dass sie im Schatten einfach ihre Blüten verweigert. Am richtigen Standort blüht sie durchgehend bis in den Oktober und wird von einer Vielzahl von Wildbienen angeflogen. Die Blütezeit des Natternkopfes beginnt ebenfalls im Juni und wird von vielen Bienen sehnsüchtig erwartet. Die heimische Blume wird von vielen Pollenspezialisten benötigt und ist daher sehr wertvoll. Sie braucht einen nährstoffarmen Boden und Sonne bzw. Halbschatten.

Früher als Unkraut beschimpft, genießt die Kornblume heutzutage etwas mehr Respekt – zumindest unter den Bienenliebhabern. Jede Wildblumenwiese sollte Kornblumen enthalten, da sie von vielen (spezialisierten) Wildbienen angenommen wird. Seit der Steinzeit ist sie hierzulande heimisch und das soll auch so bleiben! Leider wird die Kornblume nämlich immer seltener und im landwirtschaftlichen Gebieten ist sie kaum noch anzutreffen.

Mit dem warmen Wetter kommen auch einige extravagante Wildblumen zum Vorschein, zum Beispiel der Rote Fingerhut. Dieser sollte in keinem Naturgarten fehlen, denn die üppigen Blüten werden von Menschen und von Bienen geliebt. Aber bitte aufpassen: Der Rote Fingerhut ist sehr giftig und kann schon in gering konsumierten Mengen tödlich sein. Familien mit Kindern sollten also auf den Fingerhut verzichten, bis die Kinder etwas älter sind.

Im Juli beginnt für viele Bienen eine ungewollte Fastenzeit, da schon jetzt das Nahrungsangebot schrumpft. Ein Grund dafür ist, dass im Juli die meisten Felder abgeerntet und gemäht werden und es dort von einen auf den anderen Tag keine Blüten mehr gibt. Daher ist es umso wichtiger, dass wir viele Nektarquellen in unseren Gärten anbieten, damit keine Biene hungrig ins Bett gehen muss.

Kapuzinerkresse sind hierfür eine gute Wahl, auch wenn sie keine heimische Pflanze ist. Die aus Mittel- und Südamerika stammende Pflanze wächst schnell und klettert Rankhilfen hinauf; aber kann auch als Bodendecker eingesetzt werden. Viele Insekten suchen sie auf und sie blüht bis zum ersten Frost im Herbst. Auch die allseits bekannte Sonnenblume ist nicht ursprünglich von hier, sondern wurde aus Nordamerika eingeführt. Einige Sonnenblumensorten können über drei Meter hochwachsen – und manche sind nur 25 Zentimeter groß. Hier bei uns wird die Gewöhnliche Sonnenblume als Nutzpflanze kultiviert, um Sonnenblumenöl zu gewinnen. Auch Bienen und andere Insekten profitieren von reichlich Nektar und Pollen.

Blühkalender für bienenfreundliche Pflanzen: Der Herbst

Im späten Sommer wird das Nahrungsangebot immer dünner und die späten Bienenarten müssen sich beeilen, um noch was zu essen zu bekommen. Eine leckere Spätsommerpflanze, die von Menschen und Bienen zugleich vertilgt wird, ist die Artischocke. Falls die geschlossenen Blüten noch nicht gegessen wurden, öffnen sie sich im August an und fangen an zu blühen. Das Ergebnis ist eine wunderschöne blauviolette Blume, die bis in den September hinein blüht und viel Nektar und Pollen anbietet. Die Artischocke kann bis zu zwei Meter hochwachsen und macht sich im Garten besonders gut mit dem Wilde Engelwurz, dessen Stängel man unbedingt stehen lassen sollte, weil dort viele Insektenlarven überwintern.

Weitere Spätsommer Blüher sind der Blaue Eisenhut, der sehr anpassungsfähig ist und auch gerne im Schatten gedeiht. Die Eisenhut-Hummel wird es Dir besonders danken, wenn Du diese Pflanze anbaust. Allerdings solltest Du selbst aufpassen, denn die gesamte Pflanze ist giftig! Die Glattblatt-Aster erblüht Ende August und ist bis in den Oktober eine wichtige Nahrungsquelle für die Bienen, die noch unterwegs sind. Im Oktober angelangt, wird es für die meisten Pflanzen und Bienen schon zu kalt und Hummelköniginnen und Larven kuscheln sich ein, um auf den nächsten Frühling zu warten.

Bienenfreundliche Pflanzen: Die besten Ideen für Garten und Balkon

Es gibt eine Vielzahl an (heimischen) bienenfreundlichen Pflanzen für Deinen Garten und Balkon. Ob für Blumenkübel, Blumenkasten oder im Beet: Mit etwas Wissen über die jeweiligen Pflanzen, steht Dir nichts mehr im Weg, Deinen Garten und Balkon bienenfreundlich zu gestalten. Leider gibt es aber auch einige unseriöse Anbieter, die problematische Bienensamen-Mischungen anbieten. Oftmals sind darin zwar viele schöne Blumensorten enthalten, allerdings haben sie nur ästhetischen Wert und bieten Bienen und Insekten keine Nahrungsquelle. Daher solltest Du immer beim Kauf von Bienensamen auf die enthaltenen Pflanzensorten achten und sie mit der Bee friendly Liste abgleichen.

(mw)

Quellen:

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Jetzt Bienen füttern, https://www.bienenfuettern.de/.
Deutsche Wildtier Stiftung, Hochbedroht und unverzichtbar › Wildbienen, https://www.wildbiene.org/.
Naturschutzbund Deutschland e.V. Schleswig-Holstein, Wild- und Honigbienen, https://schleswig-holstein.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten/wespen/19172.html.
Eder, Anja (Hg.), Dirk Peters, Michael Römer, Wildbienenhelfer. Wildbienen & Blühpflanzen jeder kann zum Wildbienen-helfer werden und damit zum Erhalt unserer Artenvielfalt beitragen, 1. Auflage, Rheinbach 2017.
Deutsche Wildtier Stiftung: Wir geben Natur und Wildtieren eine Stimme, https://www.deutschewildtierstiftung.de/.
Westrich, Paul, Faszination Wildbienen, https://www.wildbienen.info/.
Westrich, Paul, Die Wildbienen Deutschlands, Stuttgart 2018.
Wikipedia, Wildbiene, https://de.wikipedia.org/wiki/Wildbiene.
Wildbienenschutz im Naturgarten, Naturgartenfreude.de, https://www.naturgartenfreude.de/.

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 5 und 1.