3 Gründe, warum wir die Biodiversität erhalten sollten

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Was hat der Amazonas-Regenwald, das Great Barrier Reef und eine Handvoll brandenburgische Ackererde gemeinsam? Sie alle beherbergen Abermillionen von Lebewesen! Vom Totenkopfäffchen im Dschungel bis hin zum Mikroorganismus in der Erde des Spargelfelds: Wenn wir von Artenvielfalt (oder Biodiversität) sprechen, meinen wir alle Lebewesen auf der Erde. Seit einigen Jahrzehnten ist klar, dass die Biodiversität auf der Erde drastisch abnimmt, da immer mehr Spezies aussterben. In den vergangenen 50 Jahren sind 68 Prozent der Arten ausgestorben und Forschende warnen, dass die Erde eine weitere Million in den nächsten Jahrzehnten verlieren wird. Im Klartext heißt das: Pro Stunde stirbt eine Spezies aus.

So schlimm das alles klingt, ist es nicht das erste Massensterben in der Erdgeschichte. Schon sechs Mal gab es einen großen biotischen Reset auf der Erde, bei dem ein Großteil aller Lebewesen verschwand. Das heutige Massensterben unterscheidet sich allerdings in einem "klitzekleinen" Detail: Im Gegensatz zu den vergangenen Katastrophen ist das heutige Massensterben menschengemacht. Früher waren es Vulkanausbrüche oder Asteroideneinschläge, welche die Erde für viele Lebewesen unbewohnbar machten; heute ist es der Homo sapiens – also du und ich. Wir bewirtschaften immer mehr Land und nehmen der Tierwelt damit immer mehr Lebensraum weg; wir verschmutzen die Luft, das Wasser und den Boden, was viele Lebewesen tötet; und wir verschleppen immer mehr invasive Arten, welche die heimische Tier- und Pflanzenwelt dezimieren.

Doch warum sollte uns das überhaupt interessieren, dass die Artenvielfalt abnimmt? Es gibt verschiedene Antworten auf diese Frage, von denen wir euch heute drei vorstellen.

1. Grund: Ohne Biodiversität können wir Menschen nicht leben – ökonomische Gründe, warum wir die Artenvielfalt erhalten sollten

Ohne Biodiversität können wir Menschen nicht leben – diese ökonomische Sichtweise auf den Erhalt der Artenvielfalt ist sehr simpel. Die Natur befriedigt in vielfältiger Weise menschliche Bedürfnisse: Sie liefert uns Nahrung, Medikamente und Rohstoffe. Wir können von der Natur lernen und wir gehen in die Natur, wenn wir uns erholen möchten. Außerdem liefert uns die Natur wichtige Ökosystemdienstleistungen; beispielsweise regulieren Wälder die Luftqualität und Insekten bestäuben unsere Pflanzen.

1. Grund: Ohne Biodiversität können wir Menschen nicht leben – ökonomische Gründe, warum wir die Artenvielfalt erhalten sollten

Es ist also schlichtweg dumm, wenn wir weiterhin die Natur zerstören: Wenn wir zulassen, dass immer mehr Arten sterben, vernichten wir unsere eigene Lebensgrundlage.

2. Grund: Wie erklären wir unseren Kindern, dass es keine Bienen mehr gibt? Warum es ungerecht ist, die Artenvielfalt nicht zu schützen

Der zweite Grund, warum wir die Biodiversität schützen sollten, ist der gerechtigkeitsethische Ansatz. Diese Sichtweise kommt aus der Philosophie und besagt: Es ist ungerecht, wenn wir die Natur zerstören, weil wir damit die Lebensgrundlage (zukünftiger) Menschen vernichten. Wenn wir einfach so weitermachen wie bisher, werden unsere Kinder (und deren Kinder) ein viel schlechteres Leben haben. Vielleicht müssten sie Pflanzen von Hand bestäuben, weil es keine bestäubenden Insekten mehr gibt. Vielleicht müssten sie Gasmasken anziehen, wenn sie herausgehen, weil die Wälder die Luft nicht mehr säubern.

2. Grund: Wie erklären wir unseren Kindern, dass es keine Bienen mehr gibt? Warum es ungerecht ist, die Artenvielfalt nicht zu schützen

Es ist also unfair, wenn wir weiterhin die Natur zerstören, weil zukünftige Generationen ein schlechteres Leben dadurch hätten.

3. Grund: Alles ist verflochten: Um ganze Ökosysteme zu erhalten, müssen die kleinsten Bausteine geschützt werden

Der dritte Grund, weshalb wir die Artenvielfalt erhalten sollten, ist etwas abstrakt. Die holistische Sichtweise ist ein biozentrischer Ansatz. Im Gegensatz zu anthropozentrischen Ansätzen, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen, fokussieren biozentrische Theorien die Natur. Die Natur sollte nicht nur aus dem Grund geschützt werden, dass sie für uns Menschen wichtig ist. Naturschutz ist Selbstzweck, da die Natur einen inhärenten Wert besitzt.

3. Grund: Alles ist verflochten: Um ganze Ökosysteme zu erhalten, müssen die kleinsten Bausteine geschützt werden

Das mag jetzt ziemlich kompliziert klingen, aber eigentlich ist es simpel. Ein gesundes Ökosystem beruht auf Interdependenzen zwischen den Lebewesen: Der Adler frisst die Maus, die Maus frisst die Fliege und die Fliege frisst den Kot anderer Tiere. Es ist ein atemberaubender Kreislauf, der sich über die Jahrmillionen evolutionär entwickelt hat. Doch was passiert, wenn es auf ein mal weniger Fliegen gibt, weil die Landwirtschaft immer mehr Insektizide versprüht? Irgendwann haben die Mäuse nichts mehr zu fressen und sie sterben aus und wenn der Adler dann nichts mehr zu fressen hat, stirbt dieser ebenfalls aus.

Wenn wir die einzelnen Bausteine der Natur nicht schützen, wird es kaskadenartige Konsequenzen haben, was ganze Ökosysteme zerstören wird.

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