Meliponula-Produkte: Welches Potential steckt im Honig von stachellosen Bienen?

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Ghana ist ein Land mit vielen Stämmen, Kulturen und Sprachen. Obwohl Englisch die Amtssprache ist, sprechen die meisten Menschen im Alltag eine der 80 lokalen Sprachen, wie Fante, Twi oder Ewe. Trotz der regionalen sprachlichen Unterschiede haben die Sprachen Ghanas eine Gemeinsamkeit: Das Wort für den Honig stachelloser Bienen wird überall mit „Medizin“ übersetzt. Professor Peter Kwapong vom Internationalen Zentrum für stachellose Bienen (ISBC) entdeckte diese sprachliche Besonderheit, als er Dörfer und Gemeinden in ganz Ghana besuchte, um das lokale Wissen über stachellose Bienen zu erforschen. In solchen abgelegenen Gegenden, in denen es keine Krankenhäuser gibt, erzählte ihm ein Stammesangehöriger, dass sie den Honig der stachellosen Bienen für viele Beschwerden und Krankheiten verwenden: „Wenn der Honig der stachellosen Bienen dich nicht heilen kann, gibt es keine Hoffnung für dich“, sagte man ihm.

Produkte der stachellosen Bienen: Honig, Propolis und Pollen

Obwohl der medizinische Wert des stachellosen Bienenhonigs in den lokalen Gemeinden Ghanas schon lange bekannt ist, hat die westliche Medizin ihr Potenzial bislang nicht erkannt. Schon heute werden Honig und Propolis von stachellosen Bienen in Krankenhäusern in Ghana und anderen Teilen Afrikas zur Behandlung von Wunden, Verbrennungen und Infektionen eingesetzt. Und laut Peter Kwapong ist dies erst der Anfang. Er geht davon aus, dass Bestandteile von Honig und Propolis von stachellosen Bienen zur Behandlung von Krebs, Atemwegserkrankungen und vielen anderen Krankheiten eingesetzt werden könnten.

Produkte der stachellosen Bienen: Honig, Propolis und Pollen

Obwohl die berühmtere Honigbiene oftmals die stachellose Biene überschattet, spielen letztere eine immens wichtige Rolle auf diesem Planeten. Neben ihrer wichtigen Rolle als Bestäuber produzieren diese winzigen Lebewesen eine Vielzahl von Produkten, die das Potenzial haben, das Gesundheitswesen grundlegend zu verändern. „Weil stachellose Bienen nicht stechen können, haben sie sehr starke Mandibel entwickelt“, erklärt Professor Kwapong. Im Gegensatz zu den Honigbienen nutzen stachellose Bienenarten ihre starken Kiefer, um Pflanzenblätter und -stängel zu beißen. Das heraustretende Harz wird dann mit Nektar und Pollen zu einer klebrigen braun-schwarzen Masse vermischt und zum Bienenstock zurückgebracht, wo es zu Honig oder Propolis weiterverarbeitet wird. Im Gegensatz zur Honigbiene, die ihren Honig in Waben einlagert, bauen stachellose Bienen „Töpfe“, in denen sie ihren Honig aufbewahren.

Auch wenn noch viel Forschungsarbeit nötig ist, zeigen erste Studien, dass stachelloser Bienenhonig antimikrobiell, antiviral und antifungal wirkt. In Ghana gibt es sogar Gerüchte, dass man Fleisch für über 100 Jahre haltbar machen kann, wenn man es in den antimikrobiellen Honig der stachellosen Bienen taucht.

Das medizinische Potenzial von Produkten stachelloser Bienen

Neben dem Honig produzieren stachellose Bienen außerdem noch Propolis. Bienen stellen Propolis her, indem sie Pflanzenharze, Nektar und Speichel vermischen. Diese klebrige Masse streichen die Bienen dann auf die Innenwände ihres Bienenstocks als natürlichen Schutz gegen Viren und Pilze.

„Propolis ist sehr, sehr wichtig“, bekräftigt Peter und erzählt uns von den erstaunlichen Eigenschaften dieser klebrigen Substanz. Für Peter Kwapong ist Propolis ein Paradebeispiel für die Genialität der Natur und sollte als Inspiration dienen, wie wir Menschen uns vor Bakterien, Pilze und Viren schützen könnten. Die antimikrobielle, antioxidative und heilende Wirkung von Propolis sei riesig, sagt er, und er sieht ein großes Potenzial für die Gesundheitsbranche. Seit Generationen wird diese „Medizin“ von ghanaischen Jägern gesammelt, nun sei es an der Zeit, dass sie auch in modernen Krankenhäusern eingesetzt werde.

Das medizinische Potenzial von Produkten stachelloser Bienen

Um das volle Potenzial der Produkte stachelloser Bienen auszuschöpfen, sind noch viele Innovationen nötig. Die bahnbrechende Forschung von Professor Kwapong hat eine Methode hervorgebracht, die stachellose Bienen anregt, mehr Propolis zu produzieren. Wenn man Licht in den dunklen Bienenstock scheint, reagieren die stachellosen Bienen mit einer erhöhten Propolisproduktion. Diese Methode schafft den Spagat zwischen traditioneller Imkerei und moderner Wissenschaft, und könnte der Grundstein für die nachhaltige Produktion von Propolis sein.

Für Peter Kwapong ist Propolis das faszinierendste Produkt seiner stachellosen Bienen. Von Zahnpasta bis hin zur Bodylotion kann Propolis als Wellness- aber auch als Medizinprodukt genutzt werden. Die Möglichkeiten für Propolis in der modernen Medizin seien vielfältig, laut Peter Kwapong, da seine antimikrobiellen und antioxidativen Eigenschaften vielversprechend seien.

In den nächsten Jahren wird sicherlich mehr an den medizinischen Nutzen von stachellosen Bienenprodukten geforscht werden. Schon jetzt ist vielerorts die Neugier von Mediziner:innen geweckt, da erste Forschungsergebnisse darauf hinweisen, dass die entzündungshemmende Wirkung in vielen Bereichen genutzt werden könnte. Die Wissenschaft muss daher herausfinden, welche Bestandteile im Honig die antibakterielle Funktion haben. Peter Kwapong wird hier an vorderster Front stehen.

 

 

+++English version +++

Exploring the Potential: Stingless Bee Products and Their Health Benefits

Like many West African nations, Ghana is a country of many tribes, cultures, and languages. Although English is the official language, in everyday life most people speak one of the 80 local languages, such as Fante, Twi, or Ewe. Despite vast regional linguistic differences, Ghana’s languages share one commonality: Stingless bee honey is unilaterally translated as “medicine”. Professor Peter Kwapong first discovered this linguistic idiosyncrasy years ago when he visited communities throughout Ghana to research local knowledge regarding stingless bees. When he visited one remote area without a hospital in driving distance, one tribesman told Peter that they used stingless bee honey for many ailments and sicknesses, adding: “If stingless bee honey cannot heal you, there is no hope for you.”

Produkte der stachellosen Bienen: Honig, Propolis und Pollen

Although stingless bee products’ medicinal value is long-known among local communities in Ghana, Western medicine has not yet realized its potentials. Today, stingless bee honey and propolis are widely used in hospitals in Ghana and other parts of Africa to treat wounds, burns, and infections. According to Peter, this is only the beginning. He reckons that stingless bee products could potentially be used to treat cancer, respiratory diseases, and many other sicknesses.

Stingless bee products: Honey, propolis, and pollen

Although stingless bees are often overshadowed by their more famous honeybee cousins, they play invaluable roles in the grand scheme of things. Beyond their vital role in pollination and biodiversity, these tiny creatures offer a myriad of products that hold the promise of revolutionizing healthcare. “People should know that because stingless bees don’t sting, they have developed very strong mandibles” Professor Kwapong emphasizes. In contrast to honeybees, many stingless bee species use their strong jaws to bite into plant tissue, triggering the release of resins, which is then combined with nectar. This brown-black sticky mass is carried back to the hive, where it is converted into honey and propolis.

Stingless bee honey brims with minerals and enzymes that cater to health-conscious individuals seeking a natural boost. Their method of storing honey is a fascinating departure from honeybees, as they craft pots to house their golden treasure. Studies have shown that stingless bee honey is antimicrobial, anti-viral, and antifungal. In fact, word on the street has it, that stingless bee honey is so antimicrobial that if one were to submerge a piece of meat in the honey, it would keep for over 100 years.

Das medizinische Potenzial von Produkten stachelloser Bienen

Stingless bee products extend beyond honey. Pollen, collected diligently by these bees, emerges as a protein-rich source, boasting enzymes and nutrients that hold untapped health benefits. And then there’s propolis – Peter’s favorite. Formed by blending plant resins with nectar and saliva, propolis serves as a natural barrier against viruses and fungi within the hive and beyond.

“Propolis is very, very important,” Peter affirms, recounting the astounding properties of this sticky substance. Used to coat hive interiors, propolis showcases nature’s ingenuity in virus and fungi prevention. Its implications for human health are profound, with research uncovering its antimicrobial, antioxidant, and disease-healing potential. This “medicine,” collected by generations of Ghanaian hunters, now finds a place in modern hospitals as a wound-healing agent.

The medical potentials of stingless bee products

Unlocking the full potential of stingless bee products requires innovation. Professor Kwapong’s pioneering research has led to a method that prompts stingless bees to produce more propolis. By introducing controlled light into their dark habitats, he discovered that bees responded by increasing propolis production. This method, teetering between tradition and scientific ingenuity, lays the groundwork for harnessing medicinal marvels on a larger scale.

The health benefits of stingless bee honey stand on their own merit. With a taste that straddles sour and sweet, it shines lighter and brighter than its Apis honey counterpart. Its flavor, however, isn’t the only allure. An exploration into Ghana’s communities reveals a shared belief: stingless bee honey was the “medicine” of choice. It held sway over burns, cuts, and even stubborn eye infections, highlighting its potent properties.

Propolis emerges as the most captivating product, according to Professor Kwapong. With an extended shelf life and versatile uses – from toothpaste to body lotion – it straddles the realms of cosmetics and wound healing. The possibilities for propolis in modern medicine are vast, its antimicrobial and antioxidant attributes holding promise.

As the future unfolds, the potential of stingless bee products stretches far beyond sight. The medical world’s curiosity is piqued in some places, with early results hinting at the potential for addressing significant ailments like cancer. Peter’s research, coupled with remarkable anecdotal recoveries, offers a tantalizing peek into a future.

Questions remain: What compounds within stingless bee honey confer its unique antibacterial prowess? Do all stingless bee products carry health benefits, regardless of species? These mysteries, much like the bees themselves, beckon for exploration and understanding.

In a world where the most unassuming creatures house answers to critical health queries, Peter Kwapong’s tireless commitment reveals the potential concealed within stingless bee products. As science and tradition intersect, the spotlight intensifies on these unsung heroes of nature, hinting at a future where unexpected sources hold the key to healing.

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