Nachhaltigkeit im Büro und Homeoffice: Tipps und Ratgeber

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Ein Blick in die Medien genügt, um zu wissen, dass der Begriff „Nachhaltigkeit“ heutzutage richtig trendy ist und inflationär benutzt wird. Es gibt nachhaltige Finanzpolitik, nachhaltiges Reisen und sogar nachhaltige Einwegkaffeebecher. Dabei ist längst nicht alles, was sich mit "Nachhaltigkeit" brüstet, wirklich nachhaltig. Damit ihr nicht auf solche Greenwashing-Maschen hereinfallt, wollen wir zunächst den Begriff der Nachhaltigkeit definieren, bevor wir euch unsere Nachhaltigkeit-Tipps für das Büro vorstellen.

Definition Nachhaltigkeit: ökologisch, sozial, effizient

Der Begriff der Nachhaltigkeit kommt ursprünglich aus der Forstwirtschaft, wo „nachhaltiges“ Wirtschaften so verstanden wird, dass man im Zeitraum X nur so viele Bäume aus dem Wald nimmt, wie im gleichen Zeitraum X nachwachsen können. Abseits der Forstwirtschaft wirft das natürlich Fragen auf: Wie gehen wir mit nicht-nachwachsenden Rohstoffen um? Und wie steht es mit unumkehrbaren Umweltschäden?

Definition Nachhaltigkeit: ökologisch, sozial, wirtschaftlich

Abseits der Forstwirtschaft geht es in der Nachhaltigkeitsdebatte meist um Umwelt- und Ressourcenprobleme, die unsere moderne Gesellschaft plagen: die Bedrohung der natürlichen Lebensgrundlagen durch unsere Lebens- und Wirtschaftsweise, der globale Wandel, langfristige Auswirkungen menschlicher Eingriffe in natürliche Systeme. Ganz konkret geht es aber auch um das Wohlergehen und sogar um das Überleben der Menschheit.

In der Nachhaltigkeitsforschung heißt es, dass Nachhaltigkeit drei Dimensionen hat: die Ökologie, die soziale Dimension und die Ökonomie. Wenn wir über Nachhaltigkeit sprechen, geht es also um die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlage, um inter- und intragenerationelle Gerechtigkeit, aber es geht auch um die wirtschaftliche Zweckmäßigkeit und deren Effizienz.

In 1987 wurde im sogenannten Brundtland-Bericht Nachhaltigkeit folgendermaßen definiert:

„Dauerhafte Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, daß zukünftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können. Zwei Schlüsselbegriffe sind wichtig:
- Der Begriff der 'Bedürfnisse', insbesondere der Grundbedürfnisse der Ärmsten der Welt, die die überwiegende Priorität haben sollten; und
- der Gedanke der Beschränkung, die der Stand der Technologie und der sozialen Organisation auf die Fähigkeit der Umwelt ausübt, gegenwärtige und zukünftige Bedürfnisse zu befriedigen."

Mit dieser Definition wurde erstmalig die Güterverteilung zwischen den Generationen in den Fokus gestellt: die Autor:innen fordern nämlich eine faire Verteilung der Bedürfnisbefriedigung zwischen den Menschen heute und den Menschen morgen.

Allerdings weisen die Autor:innen auch darauf hin, dass es abgesehen von den intergenerationellen Verteilungsproblemen auch intragenerationelle Verteilungsprobleme gibt: also wie können Güter innerhalb einer Generation fair verteilt werden?

Nachhaltigkeit im Büro: Praktische Tipps für die nachhaltige Arbeit

Nachhaltigkeit im Büro: Praktische Tipps für die nachhaltige Arbeit

Genug Theorie! Jetzt geht es darum, Nachhaltigkeit in die Tat umzusetzen. Viele Tipps und Ratschläge kennst du sicherlich schon. Aber wir hoffen, dass du trotzdem den ein oder anderen Ratschlag mitaufnehmen kannst.

In den Nachhaltigkeit-Tipps von Bee friendly versuchen wir die drei Komponenten der Nachhaltigkeit unter einen Hut zu bringen: (1) die ökologische Dimension; (2) die soziale Dimension und (3) die wirtschaftliche Dimension. Denn wer nachhaltig handelt, schützt nicht nur Mensch und Umwelt, sondern schont auch den Geldbeutel!

Nachhaltigkeit-Tipp 1: Weg zur Arbeit

Schon auf dem Weg zur Arbeit bietet sich die erste Möglichkeit Natur, Mensch und Geldbeutel zu schonen. Schwing dich doch einfach mal auf's Fahrrad, statt mit dem Auto ins Büro zu fahren. Natürlich ist das nicht für alle Menschen immer möglich – und manchmal ist es leichter gesagt als getan. Aber selbst wenn du es nicht schaffst, jeden Tag das Fahrrad zu nehmen, lohnt es sich schon ab 1-2 Mal die Woche!

Nachhaltigkeit-Tipp 1: Weg zur Arbeit

Wenn die Distanz zwischen deinem Zuhause und deinem Büro zu groß ist, kannst du auch auf Bike und Bahn ausweichen. Vielerorts ist die Mitnahme von Fahrrädern und Klapprädern in der Bahn kostenlos und oft ist man sogar schneller unterwegs als mit dem Auto! Keine Parkplatzsuche, keine Staus – kein Stress. Viele Arbeitgeber:innen finanzieren sogenannte Job-Tickets oder E-Bikes. Erkundige dich doch mal!

Beim Fahrradfahren erzeugst du weniger CO2 als beim Autofahren und verpestest die Innenstädte nicht mit giftigen Abgasen und Abrieben deiner Bremsbeläge oder Reifen. Durch das Radfahren bleibst du fit und kannst dir das Fitnessstudio also sparen ;) Außerdem musst du nicht mehr so oft tanken gehen.

Nachhaltigkeit-Tipp 1: Fahrrad statt Auto für den Arbeitsweg

Natur Beim Fahrradfahren erzeugst du weniger CO2 als beim Autofahren.
Mensch Du belästigst deine Mitmenschen nicht mit giftigen Abgasen.
Geldbeutel Du sparst Geld an der Tankstelle und bleibst gesund und fit.

Nachhaltigkeit-Tipp 2: Steckerleisten für elektronische Geräte

Seit Jahren predigt man das schon, dennoch halten sich viele nicht an diesen Ratschlag: schalte deine elektronischen Geräte komplett aus, wenn du sie nicht brauchst, statt sie im Standby-Modus zu lassen. Benutze hierfür am besten Steckerleisten mit An-Aus-Knopf und positioniere sie griffbereit. Du kannst die Steckerleiste zum Beispiel direkt auf deinen Schreibtisch stellen, damit du nie vergisst sie auszuschalten, wenn du Feierabend hast oder in die Mittagspause gehst.

Standby-Modus von elektronischen Geräten vermeiden

Nachhaltigkeit-Tipp 2: Standby-Modus von elektronischen Geräten vermeiden

Natur Viel Strom wird durch nicht-erneuerbare Energien erzeugt.
Mensch Der Kohleabbau verseucht ganze Landstriche und macht sie unbewohnbar.
Geldbeutel Wer weniger Strom verbraucht, hat eine geringere Stromrechnung.

Nachhaltigkeit-Tipp 3: Vegan oder vegetarische Mittagspause

Apropos Mittagspause: was gibt's bei dir meistens zu essen? Gehst du in die Kantine, nimmst du dir was von zu Hause mit oder gehst du in ein Restaurant essen? Egal wie und wo du deine Mittagspause verbringst, kannst du deine Pause nachhaltiger gestalten, indem du öfter (oder immer) vegetarisch oder vegan isst. Glücklicherweise gibt es heutzutage eine atemberaubende Bandbreite an fleischlosen Gerichten.

Die Fleischproduktion ist in vielen Hinsichten nicht nachhaltig. Es wird sehr viel CO2 und Methan in die Atmosphäre emmitiert; oftmals hat das Tierwohl eine geringere Priorität als der Umsatz; und es wird viel zu viel Land bewirtschaftet, um Unmengen an Futtermittel für Nutztiere zu produzieren. Kurz gesagt: die Umwelt wird verschmutzt, Tiere werden gequält und Lebensraum wird zerstört.

Öfter vegetarisch oder vegan essen

Natürlich kann man nicht pauschal sagen, dass alle Landwirt:innen böse sind. Aber man sollte beim Kauf von Fleisch dringend darauf achten, dass es aus nachhaltiger und biologischer Produktion stammt. Ja, das ist dann vielleicht etwas teurer; aber lieber etwas seltener richtiges gutes Fleisch essen, als oft schlechtes Fleisch zu essen – oder?

Nachhaltigkeit-Tipp 3: Öfter vegetarisch oder vegan essen

Natur Bei der Fleischproduktion fällt viel CO2 und Methan an.
Mensch Ernährungsgerechtigkeit: Mehr Menschen können durch vegan/vegetarische Nahrung genährt werden
Geldbeutel Vegan/vegetarische Gerichte kosten i.d.R. weniger

Nachhaltigkeit-Tipp 4: Biodiversität auf dem Firmengelände fördern

Auch das Bürogebäude oder dein Balkon im Homeoffice kannst du nachhaltig machen. Denn Naturschutz umfasst drei Hauptgebiete: (1) das Klima, (2) die Umweltverschmutzung und (3) die Biodiversität. Selbst wenn wir den Klimawandel in den Griff bekommen sollten und sich die Umweltverschmutzung minimieren lässt, ist eine große Artenvielfalt auf unserem Planeten wichtig.

Wenn die Biodiversität weiter abnimmt, dann wird das Leben – wie wir es kennen – nicht mehr möglich sein. Ohne Bienen, Wildbienen und andere Insekten wird das Bestäuben von Pflanzen unmöglich sein. Ganze Ökosysteme werden zusammenbrechen, wenn zu viele Arten aussterben.

Nachhaltigkeit-Tipp 4: Firmengelände

Mit wenig Aufwand kannst du großes bewirken in deinem Büro. Stelle Blumentöpfe oder Blumenkästen draußen auf, um den vom Aussterben bedrohten Wildbienen eine Nahrungsquelle zu geben. Und ganz davon abgesehen sind Wildblumen einfach nur schön anzusehen!

Nachhaltigkeit-Tipp 4: Wildblumen für Insekten aussäen

Natur Fördert die Biodiversität in deiner Stadt
Mensch Eine schöne Wildblumenwiese macht gute Laune und verbessert das Arbeitsklima
Geldbeutel Lockt Nützlinge an, sodass du keine Pestizide benötigst.

Nachhaltigkeit-Tipp 5: Auf Mülltrennung bestehen

Oftmals siegt die Faulheit und der Müll wird in den nächstgelegenen "Papierkorb" geschmissen – ob Bananenschalen, Joghurtbecher aus Plastik oder Flyer aus Papier. Dieser Müll landet in der Restmülltonne, wo er nicht sortiert, sondern meistens verbrannt wird.

Nachhaltigkeit-Tipp 5: Auf Mülltrennung bestehen

Das ist schlecht für die Umwelt und schlecht für den Geldbeutel. Wer seinen Müll trennt, kann richtig Geld sparen, schont Ressourcen und reduziert Umweltverschmutzung. Wage doch mal ein Experiment und lass alle Papierkörbe im Büro verschwinden. Statt vielen unsortierten Mülleimern kannst du eine zentrale Müllsammelstelle eröffnen, wo der Müll gleich getrennt wird.

Falls es bei euch Raucher gibt, dann kannst du deren Stummel getrennt sammeln und diese an Tobacycle spenden. Die verwerten die Kippen und machen daraus tolle Produkte!

Nachhaltigkeit-Tipp 5: Zentrale Müllsammelstelle statt viele "Papierkörbe"

Natur Plastik und Papier werden recycelt und es werden weniger Ressourcen benötigt
Mensch Mülltrennung muss nicht mehr von Menschen von Hand erledigt werden
Geldbeutel Weniger Restmüll bedeutet mehr Geld für die Kaffeekasse!

Nachhaltigkeit-Tipp 6: Auf Graspapier umsteigen

Am besten ist es natürlich, so wenig wie möglich zu drucken. Doch leider ist es nicht immer möglich ein Paperless-Office zu sein. Wenn es mal nicht anders geht und du was ausdrucken musst, dann benutze recyceltes Papier oder noch besser Graspapier.

Auf Graspapier umsteigen

Nachhaltigkeit-Tipp 6: Auf Graspapier umsteigen

Natur Verbraucht weniger CO2, Energie und Wasser
Mensch Der Mensch kann sich in Wäldern erholen
Geldbeutel Vollständig in der Papiertonne recycelbar

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