Die Gemeine Löcherbiene (Heriades truncorum)

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Was ist klein, fleißig und wackelt ständig mit dem Hintern? *Trommelwirbel* Genau, es ist die Löcherbiene! Und das war kein Scherz: Löcherbienen wippen tatsächlich ständig mit dem Hintern. Warum das so ist, erfährst du in diesem Beitrag.

Obwohl diese Wildbiene winzig klein ist, hast du sie bestimmt schon mal im Park, Garten oder Balkon gesehen. Die Gemeine Löcherbiene ist nämlich eine häufig vorkommende Wildbienenart in Deutschland, die von Juni bis September fliegt. Eins vorweg: In manchen Regionen spricht man von der "Gewöhnlichen Löcherbiene" und in anderen von der "Gemeinen Löcherbiene". Beide Begriffe meinen ein und dieselbe Wildbiene: Osmia Heriades truncorum.

Name Gemeine oder Gewöhnliche Löcherbiene (Osmia Heriades truncorum)
Größe 6–8 mm
Flugzeit Juni bis September
Vorkommen Häufig
Blütenvorliebe Spezialisiert auf Korbblütler
Lebensraum Gärten, Parks, Wälder, Siedlungen
Nistweise Nistet in vorhandenen Hohlräumen

Merkmale und Aussehen der Löcherbiene

Wenn man die Gemeine Löcherbiene bei der Arbeit sieht, könnte man glatt meinen, dass sie auf einem Dancefloor ist. Die Weibchen der Löcherbiene wippen nämlich unnachgiebig mit dem Hintern! Die Auf- und Abbewegung des Hinterleibs führt dazu, dass sich Pollen in der Bauchbürste verfangen. Sobald die Löcherbiene dann andere Blüten anfliegt, werden diese mit den Pollen befruchtet, welche die Wildbiene am Po mit sich trägt. Ganz schön genial, oder?

Ein weiteres äußeres Erkennungsmerkmal der Gemeinen Löcherbiene ist ihr schwarzer Körper, der ganz leicht weiß behaart ist. Hier musst du aber ganz genau hinschauen, denn die Löcherbiene wird nur 6 bis 8 Millimeter groß. Die Männchen kannst du anhand des weißen Bartes im Gesicht unterscheiden.

Lieblingspflanzen und Lebensweise der Löcherbiene

Falls du ein Insektenhotel in deinem Garten oder auf deinem Balkon hast, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass du mit der Löcherbiene Bekanntschaft gemacht hast. Denn die fleißigen Bienchen besiedeln gerne vorhandene Hohlräume in Nisthilfen. Alternativ macht es sich die Löcherbiene auch gerne in Käferfraßgängen im Totholz gemütlich oder auch in hohlen Pflanzenstängeln. Sobald die Weibchen ihre Brut mit Proviant versorgt hat, werden die Niströhren mit Harz verschlossen. So hat es die Larve bis zum nächsten Frühling kuschelig warm.

Die Löcherbiene ist eine sogenannte oligolektische Wildbienenart – also ein Pollenspezialist. Auf gut Deutsch bedeutet dies, dass sie nur eine Pflanzenart anfliegt. Im ihrem Fall sind das alle Korbblütler. Dazu gehören Alant, Distel, Flockenblume, Geiskraut, Kamille, Margerite, Rainfarn, Ringelblumen, Schafgarbe und noch viele mehr. Wenn du der Löcherbiene also etwas Gutes tun möchtest, kannst du bei deiner Gartenbepflanzung darauf achten, ausreichend Korbblütler anzusiedeln.

Die häufigste Löcherbiene ist die Gewöhnliche Löcherbiene; allerdings gibt es noch weitere spannende Arten. Zum Beispiel gibt es die Gekerbte Löcherbiene (Heriades crenulatus) oder die Stängel Löcherbiene (Heriades rubicola). Um die unterschiedlichen Arten zu unterscheiden, benötigst du wahrscheinlich eine Lupe und sehr viel Erfahrung mit Wildbienen, denn äußerlich sehen sich die Löcherbienenarten sehr ähnlich!

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