Welche Wildbiene ist das? Steckbriefe, Bestimmungshilfe und Fotos

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Bei 585 unterschiedlichen Wildbienenarten in Deutschland ist es einfach den Überblick zu verlieren. Die Welt der Bienen ist riesig, aber mit etwas Wissen und Erfahrung kannst auch Du Wildbienen in Deinem Garten bestimmen.

Grundsätzlich werden Wildbienen in kollektiv lebende Wildbienen und Solitärbienen unterteilt. Außerdem gibt es noch Kuckucksbienen, aber die haben wir vorerst nicht in diese Liste aufgenommen. Außerdem unterscheiden wir zwischen Pollengeneralisten und Pollenspezialisten. In den Steckbriefen erkennst du schnell die wichtigsten Informationen über die jeweilige Wildbienenart: Wie groß sie sind, wann sie aktiv sind, wo sie vorkommen, was sie essen und wo sie nisten.

Von Mauerbienen bis zur Holzbiene und von der Hummel bis zur Sandbiene: Sie gehören alle zur Gruppe der Wildbienen. Mit dieser Bestimmungshilfe und den einzelnen Steckbriefen gelingt es Dir im Handumdrehen die unterschiedlichen Wildbienen zu erkennen.

Wildbienen Bestimmungshilfe und Steckbrief: Die Gehörnte Mauerbiene

Name Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta)
Größe ♀ 12–16 mm ♂ 10–13 mm
Flugzeit Ende Februar bis Anfang Juni
Vorkommen Häufig
Blütenvorliebe Unspezialisiert: Apfel, Birne, Christrose, Weiden, Veilchen
Lebensraum Siedlungsbereich, Gärten, Parks, Waldrändern
Nistweise Nistet in vorhandene Hohlräume, Mauerritzen, Felsspalten, Nisthilfen

Die Gehörnte Mauerbiene ist ein häufiger Gast in Siedlungsgebieten und freut sich über das reiche Angebot der früh blühenden Pflanzen in den Gärten der Städte. Für Bienenhotel-Bauer ist die Gehörnte Mauerbiene einer der ersten Gäste, wenn sie bereits Ende Februar oder Anfang März die ersten Brutzellen anlegt. Falls mal kein Bienenhotel zur Hand ist, gibt sich die Gehörnte Mauerbiene aber auch sehr erfinderisch und nistet in Gartenschläuchen, Türgriffen oder Gartenmöbel.

Du erkennst die Gehörnte Mauerbiene an ihrem schwarzen Kopf und Thorax sowie dem roten Hinterleib. Sie hat zwei gebogene Hörnchen am flachen Kopfschild und das Weibchen hat einen weißen Bart und weißes Kopfhaar.

Die unkomplizierte Gehörte Mauerbiene am Futtern. © Thomas B. auf Pixabay
Die unkomplizierte Gehörte Mauerbiene am Futtern. © Thomas B. auf Pixabay

Wildbienen Bestimmungshilfe und Steckbrief: Die Rostrote Mauerbiene

Name Rostrote Mauerbiene (Osmia bicornis)
Größe 8–12 mm
Flugzeit März bis Juni
Vorkommen Häufig
Blütenvorliebe Unspezialisiert: Keine besonderen Vorlieben
Lebensraum Siedlungsbereich, Gärten, Parks, Waldrändern
Nistweise Nistet in vorhandene Hohlräume, Mauerritzen, Felsspalten, Nisthilfen

Die Rostrote Mauerbiene ist ein wahrer Gymnastik-Profi und kommt dank ihrer Flexibilität an die abgelegensten Pollenquellen, wie Eiche, Buche und Wegerich. Nur wenige Blüten werden von ihr nicht angeflogen, was ihr beste Überlebenschancen garantiert. Auch bei der Nistplatzwahl ist die Rostrote Mauerbiene nicht wählerisch und nistet in so ziemlich jedem Hohlraum, den sie findet.

Du erkennst die Rostrote Mauerbiene am mehrheitlich rostroten Hinterleib; nur die letzten Segmente sind schwarz behaart. Die Brust der Rostroten Mauerbiene ist hellbraun und die Männchen haben ein heller behaartes Gesicht und längere Fühler.

Hier die Rostrote Mauerbiene.
Hier die Rostrote Mauerbiene. © PollyDot auf Pixabay

Wildbienen Bestimmungshilfe und Steckbrief: Die Garten-Blattschneiderbiene

Name Garten-Blattschneiderbiene (Megachile willughbiella)
Größe ♀ 12–15 mm ♂ 13–14 mm
Flugzeit Juni bis September
Vorkommen Häufig
Blütenvorliebe Unspezialisiert: Dickblattgewächse, Glockenblumen, Korbblütengewächse
Lebensraum Waldränder, Gärten, Trockenmauern, Parks, Steil- und Lößwände
Nistweise Nistet in Hohlräumen wie Mauerfugen, Felsspalten, Käferfressgängen in Totholz, Nistkästen

Bei der Garten-Blattschneiderbiene ist der Name Programm: Im Sekundentakt schneidet die Blattschneiderbiene Blütenstücke aus den Blumen, rollt sie wie eine Zigarette zusammen und legt darin dann ihre Brut und den Proviant. Sobald alles verstaut ist, verschließt sie die Enden mit einer Art Pflanzenmörtel und versteckt die vorgedrehten Tüten in Totholzgängen, Mauerfugen oder in Nisthilfen.

Du erkennst die Garten-Blattschneiderbiene am gelbbraun behaarten Körper, wobei Kopf und Scheitel dunkler sind. Die Bauchbürsten der Blattschneiderbiene sind orangerot und ihre Kieferzange hat vier Zacken.

Die Garten-Blattschneiderbiene bei der Arbeit.
Die Garten-Blattschneiderbiene bei der Arbeit. © Franco Patrizia auf Pixabay 

Wildbienen Bestimmungshilfe und Steckbrief: Die Schwarze Holzbiene

Name Schwarze Holzbiene (Xylocopa valga & Xylocopa violacea)
Größe 20–28 mm
Flugzeit März bis September bzw. Oktober
Vorkommen Selten
Blütenvorliebe Unspezialisiert: Schmetterlingsblütler, Korbblütler, Lippenblütler
Lebensraum Warme Gebiete, Streuobstwiesen, naturbelassene Gärten, Waldränder, Weinberge
Nistweise Nistet in Totholz und selbstgenagten Hohlräumen in trockenem Totholz

Die Schwarze Holzbiene ist eine sehr auffällige Wildbiene, da sie verhältnismäßig groß ist und schwarzblaue Flügel besitzt. Die Holzbiene mag es schön warm und ist eher im Süden von Deutschland Daheim. Sie liebt Totholz zum Nisten, aber gibt sich seltener auch mit breiten Bambusstäben zufrieden.

Du erkennst die Schwarze Holzbiene am schwarzen Kopf, Thorax und Fühler. Die Flügel der Holzbiene schimmern in einem metallischen schwarzblau. Sie ist eine der größten heimischen Wildbienen.

Die Schwarze Holzbiene mit ihren blau schimmernden Flügeln.
Die Schwarze Holzbiene mit ihren blau schimmernden Flügeln. © Radfotosonn auf Pixabay 

Wildbienen bestimmen und Steckbrief: Die Zweifarbige Sandbiene

Name Zweifarbige Sandbiene (Andrena bicolor)
Größe ♀ 8–11 mm ♂ 8–10 mm
Flugzeit März bis Mai und Juni bis August
Vorkommen Häufig
Blütenvorliebe Unspezialisiert: Glockenblumen
Lebensraum Gärten, Parks, Waldränder und Waldlichtungen
Nistweise Erdnester, aber auf keine Bodenart spezialisiert

Die Zweifarbige Sandbiene ist eine sehr unkomplizierte Zeitgenossin: Sie akzeptiert verschiedene Böden beim Nisten und auch unterschiedliche Lebensräume, weshalb sie in Europa sehr weitverbreitet ist. Auch beim Essen ist sie nicht wählerisch und verbreitet viele Pollen, die an ihren pelzigen Beinbürsten hängen bleiben.

Du erkennst die Zweifarbige Sandbiene an ihrem leuchtenden rostroten Pelz an der Brustoberseite. Ihr Kopf ist schwarz und ihre Beinbürsten haben einen rost-gelben Pelz.

Eine Sandbiene versucht ihr Glück an einer Ginsterblüte
Eine Sandbiene versucht ihr Glück an einer Ginsterblüte © Thomas B. auf Pixabay 

Wildbienen bestimmen und Steckbrief: Die Steinhummel

Name Steinhummel (Bombus lapidarius)
Größe Arbeiterin: 12–16 mm / Drohn: 14–16 mm
Flugzeit März bis September (Königin: März bis Mai)
Vorkommen Häufig
Blütenvorliebe Unspezialisiert: Wildpflanzen, Kräuter, Kulturpflanzen
Lebensraum Gärten, Magerwiesen, Straßenränder, Parks, Waldränder
Nistweise Ober- und unterirdische Nistweise in Höhlen, verlassene Mauselöcher, Vogelhäuser, unter Stein- und Holzhaufen

Wie der Name schon sagt, nistet die Steinhummel gerne unter Steinhaufen, benutzt aber auch verlassene Mauselöcher. Auch wenn ihre Färbung eine ziemlich leichte Bestimmung zulässt, müssen Wildbienen-Fans aufpassen, denn es gibt elf weiter Hummelarten, die der Steinhummel sehr ähnlich sehen.

Du erkennst die Steinhummel an der schwarz und rotbraunen Färbung. Der Großteil ihres Körpers ist mit schwarzem Pelz überzogen und ihr Hinterteil ist rostrot. Das Männchen hat zusätzliche gelbe Haare auf dem Kopf.

Eine Steinhummel mit dem typischen rotbraunen Hinterteil.
Eine Steinhummel mit dem typischen rotbraunen Hinterteil. © kie-ker auf Pixabay 

Wildbienen bestimmen und Steckbrief: Die Ackerhummel

Name Ackerhummel (Bombus pascuorum)
Größe Königin: 15–18 mm / Arbeiterin: 9–15 mm / Drohn: 12–14 mm
Flugzeit März bis November (Königin: März bis Mai)
Vorkommen Häufig
Blütenvorliebe Unspezialisiert: Wildpflanzen, Kräuter, Kulturpflanzen
Lebensraum Gärten, Parks, Wälder und Wiesen
Nistweise Nester in Mäusegängen, Vogelnistkästen, Komposthaufen, Nisthilfen

Die Ackerhummel ist eine wahrhaftige Gemüsebeauftragte und sieht zu, dass Tomaten- und Kartoffelpflanzen befruchtet werden und wir Menschen etwas zu Futtern bekommen. Sie ist eine der häufigsten Hummelarten und fliegt bis spät in den Herbst hinein. Sie ist bei der Nistplatzwahl sehr flexibel und nistet so ziemlich überall.

Du erkennst die Ackerhummel an der hellbraunen Brust und dem schwarz-grauem Hinterleib mit rötlich brauner Endbinde.

Die Ackerhummel beim Nektar Schlemmen.
Die Ackerhummel beim Nektar Schlemmen. © Kathy Büscher auf Pixabay

Wildbienen bestimmen und Steckbrief: Die Gewöhnliche Löcherbiene

Name Gewöhnliche Löcherbiene (Osmia Heriades truncorum)
Größe 6–8 mm
Flugzeit Juni bis Oktober
Vorkommen Häufig
Blütenvorliebe Spezialisiert: Korbblütler
Lebensraum Gärten, Parks, Waldränder und Wälder
Nistweise Nistet in vorhandenen Hohlräumen, Käferfraßgänge in Totholz, hohle Stängel, Nisthilfen

Die kleinen Gewöhnlichen Löcherbienen haben sich in manch einem Bienenhotel als Dauergast eingenistet. Vielerorts dauert es nur wenige Tage, bis die Löcherbienen anfangen es sich im Bienenhotel gemütlich zu machen und sie ihre Brutzellen mit Harz verschließen. Löcherbienen freuen sich dann besonders über nahegelegene Wildpflanzen, wie Geiskräuter, Wegwarte oder Kamille.

Du erkennst die Gewöhnliche Löcherbiene an ihrer kleinen Körpergröße und dass sie fast komplett schwarz ist. Insgesamt ist die Löcherbiene eher weniger behaart, hat aber dafür einen verhältnismäßig großen Kopf.

Die winzig kleine Gewöhnliche Löcherbiene.
Die winzig kleine Gewöhnliche Löcherbiene. © kie-ker auf Pixabay 

Wildbienen bestimmen und Steckbrief: Die Glockenblumen-Scherenbiene

Name Glockenblumen-Scherenbiene (Osmia Chelostoma rapunculi)
Größe 8–10 mm
Flugzeit Juni bis August
Vorkommen Häufig
Blütenvorliebe Streng spezialisiert: Glockenblumen
Lebensraum Gärten, Waldränder, Siedlungsbereichen
Nistweise Nistet in vorhandenen Hohlräumen, Pflanzenstängel, Käferfraßgänge, Nisthilfen

Die Glockenblumen-Scherenbiene ist streng spezialisiert und fliegt ausschließlich Glockenblumen an. Auch wenn sie bei der Nahrungssuche etwas pingelig ist, drückt sie bei der Nistplatzwahl auch mal ein Auge zu und lässt sich manchmal sogar in Nisthilfen nieder. Mit etwas Glück kannst Du diese Scherenbiene bei einem Nickerchen in einer Glockenblumenblüte entdecken.

Du erkennst die Glockenblumen-Scherenbiene an dem schwarzem Kopf und Thorax, die bei Weibchen weniger behaart sind. Insgesamt ist sie sehr schlank und Männchen haben ein auffällig gekrümmtes Hinterleib.

Die seltengewordene Glockenblumen-Scherenbiene.
Die seltengewordene Glockenblumen-Scherenbiene. © Martin Andersson / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)

Wildbienen bestimmen und Steckbrief: Die Knautien-Sandbiene

Name Knautien-Sandbiene
Größe 13–16 mm
Flugzeit Mai bis August
Vorkommen Sehr selten
Blütenvorliebe Spezialisiert: Kardengewächse wie Wiesen- oder Waldknautie
Lebensraum Warme Standorte, trockene Fett- und Magerwiesen, Waldsäume, Hochwasserdämme, Straßenböschungen
Nistweise Nistet in vorhandenen Hohlräumen, Käferfraßgänge in Totholz, hohle Stängel, Nisthilfen

Die Knautien-Sandbiene ist nicht sehr experimentierfreudig, was das Essen angeht, denn sie befliegt ausschließlich Witwenblumen. Da es in den letzten Jahren immer weniger Witwenblumen gab, ist auch der Bestand der Knautien-Sandbiene zurückgegangen. Diese Sandbiene ist eines der Opfer des Insektensterbens und steht auf der Roten Liste und wird als gefährdet eingestuft.

Du erkennst die Knautien-Sandbiene an ihrem schwarzen Kopf und Thorax, wobei das Hinterteil manchmal mit roten Segmenten und seitlichen schwarzen Punkten versehen ist. Die Knautien-Sandbiene ist manchmal aber auch komplett schwarz. Der Kopf ist weißlich behaart und die Hinterbeine sind ebenfalls dicht bewachsen mit Pelz.

Die Knautien-Sandbiene in Aktion.
Die Knautien-Sandbiene in Aktion. © NobbiP / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)

Wildbienen bestimmen und Steckbrief: Die Dunkle Erdhummel

Name Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris)
Größe 11–17 mm
Flugzeit Februar bis Mai
Vorkommen Häufig
Blütenvorliebe Unspezialisiert
Lebensraum Parks, Gärten, Wiesen, Waldränder
Nistweise Hummelvolk mit bis zu 600 Hummeln

Die Dunkle Erdhummel hast du garantiert schon Mal gesehen! Bombus terrestris ist nämlich die am häufigsten vorkommende Erdhummel in unseren Breitengraden. Ein Grund hierfür ist, dass sie ein besonders fleißiges Bienchen ist: Vom Morgengrauen bis zur Dämmerung sammelt die Dunkle Erdhummel Nektar – und das jeden Tag.

Die Dunkle Erdhummel erkennst du an zwei goldgelben Streifen auf schwarzem Hintergrund und einem weißen Hinterleib.

Die Dunkle Erdhummel
Die Dunkle Erdhummel © Franco Patrizia auf Pixabay

Wildbienen bestimmen und Steckbrief: Fuchsrote Lockensandbiene

Name Fuchsrote Lockensandbiene (Adrena fulva)
Größe 9–13 mm
Flugzeit März bis Mai
Vorkommen Häufig
Blütenvorliebe Unspezialisiert
Lebensraum Parks, Gärten, Wälder
Nistweise Manchmal in größeren Kolonien in Erdnestern

Die Fuchsrote Lockensandbiene liebt Naturgärten und unbefestigte, sandige Böden, wo sie auch nistet. Diese Wildbienen sind richtige Schleckermäuler und lieben Johannisbeeren und Stachelbeeren.

Die Fuchsrote Lockensandbiene ist super leicht zu erkennen: Am Rücken trägt sie fuchsroten Pelz und ihre Unterseite und Beine sind tiefschwarz.

Die Fuchsrote Lockensandbiene
Die Fuchsrote Lockensandbiene © Pauln, CC BY 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0)

Wildbienen bestimmen und Steckbrief: Die Frühlings-Pelzbiene

Name Frühlings-Pelzbiene (Anthophora plumipes)
Größe 14–15 mm
Flugzeit März bis Juni
Vorkommen Häufig
Blütenvorliebe Unspezialisiert
Lebensraum Trockenmauern, Steilwände, Sandgruben
Nistweise Erdhöhlen, Steilwände, Nisthilfen

Die Frühlings-Pelzbiene ist immer im Stress – zumindest könnte man das denken, wenn man sie hektisch herumschwirren sieht. Maximal 1 bis 2 Sekunden verharren Frühlings-Pelzbienen an einer Blüte, bevor sie wieder die Fliege (bzw. Biene) machen.

Männliche Frühlings-Pelzbienen erkennst du an ihrer rostbraunen Färbung und gelbem Gesicht und Weibchen an ihrer graubraunen Behaarung und rostroter Beinbürste.

Die Frühlings-Pelzbiene gönnt sich einen Snack.
Die Frühlings-Pelzbiene gönnt sich einen Snack © Franco Patrizia auf Pixabay

Wildbienen bestimmen und Steckbrief: Die Westliche Honigbiene

Name Westliche Honigbiene (Apis mellifera)
Größe 11–16 mm
Flugzeit März bis Oktober
Vorkommen Häufig
Blütenvorliebe Unspezialisiert
Lebensraum Nistkästen, Baumhöhlen und Felshöhlen
Nistweise Bienenstaat mit bis zu 50.000 Arbeiterinnen

Zugegeben: Die Honigbiene ist keine Wildbiene, dennoch hat sie es in unsere Liste geschafft – einfach weil sie so toll ist. In Europa ist die Honigbiene das drittwichtigste Nutztier nach Rindern und Schweinen. Dabei sind Landwirte aber nicht nur hinter ihrem Honig her: 80 Prozent der aller Nutzpflanzen und 40 Prozent aller Nahrungsmittel werden von der Honigbiene bestäubt.

Die Westliche Honigbiene erkennst du an der einheitlich schwarzbraunen Färbung. Ihre Brust und ihr Torso sind meist leicht pelzig.

Die Honigbiene ist zwar keine Wildbiene, aber dennoch wichtig.
Die Honigbiene ist zwar keine Wildbiene, aber dennoch wichtig ©Congerdesign auf Pixabay

Wildbienen bestimmen und Steckbrief: Die Mauer-Maskenbiene

Name Mauer-Maskenbiene (Hylaeus hyalinatus)
Größe 5–6 mm
Flugzeit Mai bis September
Vorkommen Häufig
Blütenvorliebe Unspezialisiert
Lebensraum Gärten, Waldränder, Sandgruben, Brachland
Nistweise Nistet in vorhandenen Hohlräumen, Felsspalten, Totholz und hohlen Pflanzenstängeln

Die Mauer-Maskenbiene ist einfach zu bestimmen, aber sehr schwer zu entdecken – immerhin ist die kleine Wildbiene nur knapp einen halben Zentimeter groß! Du erkennst die Mauer-Maskenbiene an ihrem kleinen schwarzen Körper und ihrer großen Maske im Gesicht. Mit etwas Fantasie sieht die Mauer-Maskenbiene aus wie ein Mini-Zorro. Die Männchen haben eine auffällig große weiß-gelbliche Maske, Weibchen haben eine eher dezente Maske.

Äußerlich unterscheiden sich die unterschiedlichen Maskenbienenarten kaum voneinander, was die Unterscheidung relativ schwierig macht. Allerdings sind einige Arten auf bestimmte Blüten spezialisiert, was die Bestimmung etwas erleichtert.

Wildbienen bestimmen und Steckbrief: Die Mauer-Maskenbiene
Die Mauer-Maskenbiene ist sehr klein und hat eine weiß-gelbliche Maske ©Annette Meyer auf Pixabay

Wildbienen bestimmen und Steckbrief: Die Baumhummel

Name Baumhummel (Bombus hypnorum)
Größe 8–18 mm
Flugzeit März bis August
Vorkommen Häufig
Blütenvorliebe Unspezialisiert
Lebensraum Hummelkästen, Baumhöhlen, alte Vogelnester, Totholz
Nistweise Hummelvölker mit bis zu 400 Hummeln nisten in Hohlräumen

Die Baumhummel ist manchmal eine echte Zicke: sie ist die einzige stechende Hummelart. Warmes Wetter und Gewitter bereiten der Baumhummel besonders schlechte Laune. Das erkennst du, wenn die Baumhummel (oder das Baumhummelvolk) richtig laut summt. Hier solltest du lieber etwas aufpassen!

Die Baumhummel erkennst du an der fuchsbraunen Brust und dem schwarzen Hinterleib mit weißem Endsegment. Außerdem hat die Baumhummel einen verhältnismäßig kurzen Rüssel, was dazu führt, dass sie am liebsten offene Blüten besucht.

Wildbienen bestimmen und Steckbrief: Die Baumhummel
Die Baumhummel kann manchmal etwas zickig sein © Léon McGregor auf Unsplash

Wildbienen bestimmen und Steckbrief: Die Gartenhummel

Name Gartenhummel (Bombus hortorum)
Größe 11–26 mm
Flugzeit März bis August
Vorkommen Selten
Blütenvorliebe Unspezialisiert
Lebensraum Hummelkästen, Mauselöcher, Vogelnester, Scheunen
Nistweise Volksstärke 50 bis 150 Hummeln

Die Gartenhummel ist ein sehr entspannter Zeitgenosse mit einem richtig langen Rüssel. Sie verbringt die meiste Zeit in Parks, Gärten oder Wiesen, wo sie Blüten mit langen Kelchröhren fleißig bestäubt. Ihr langer Rüssel ermöglicht es ihr nämlich an Nektar zu kommen, der für viele andere Wildbienen unerreichbar ist. Die Gartenhummel lässt es auch bei der Nistplatzwahl gemütlich angehen und nistet in bestehenden Hohlräumen, wie Mäuselöchern, Vogelnester oder Hummelkästen.

Die Gartenhummel ist leicht mit der Dunklen Erdhummel zu verwechseln, doch es gibt ein paar Unterscheidungsmerkmale. Im Gegensatz zur Erdhummel hat die Gartenhummel einen viel längeren Rüssel (ca. 15 mm) und einen länglichen Kopf. Ihr Hintern ist weiß und auf ihrem Hinterleib hat sie drei gelbe Streifen. Die Königinnen werden bis zu 26 mm groß und sind somit viel größer als die Arbeiterinnen und Drohnen.

Wie erkenne ich eine Gartenhummel? Bestimmungshilfe und äußere Merkmale
Eine Gartenhummel am Lavendel

Wildbienen bestimmen und Steckbrief: Die Gelbbindige Furchenbiene

Name Gelbbindige Furchenbiene (Halictus scabiosae)
Größe 12–15 mm
Flugzeit März bis Oktober
Vorkommen Häufig
Blütenvorliebe Unspezialisiert
Lebensraum Warme, trockene, vegetationsarme Standorte
Nistweise Nistet in selbst gegrabenen Erdnestern in eusozialen Kolonien

Diese Wildbiene mag es richtig heiß – und aus diesem Grund könnte sie sogar vom Klimawandel profitieren. Die Gelbbindige Furchenbiene stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, aber ist in den letzten 20 Jahren immer weiter gen Norden gewandert. In den 90er-Jahren war sie fast nur in Baden-Württemberg anzutreffen, doch dank den steigenden Temperaturen ist die Furchenbiene heute sogar in Schleswig-Holstein zu Hause.

Die Gelbbindige Furchenbiene ist (im Gegensatz zu anderen Furchenbienenarten) leicht zu bestimmen: Halictus scabiosae ist zwischen 12 und 15 Millimetern groß und ihr Kopf und Thorax sind schwarz mit einer ockergelben Behaarung. Wenn du ganz genau hinschaust, siehst du eine vertikale Furche am Hinterleib der Wildbiene. Die Weibchen haben am Thorax ockergelbe Binden, die jeweils von einem hellbraunen Band gesäumt werden. Die männlichen Exemplare haben weißliche Bänder und fast vollständig gelbe Hinterbeine. Außerdem sind die männlichen Furchenbienen deutlich schlanker als die Weibchen und sie haben einen viel schmaleren Kopf.

Ein Weibchen der Gelbbindigen Furchenbiene
Ein Weibchen der Gelbbindigen Furchenbiene auf einer Blüte © Bianca Gümpel/Pixabay

Wildbienen bestimmen und Steckbrief: Die Braunbürstige Hosenbiene

Name Braunbürstige Hosenbiene (Dasypoda hirtipes)
Größe 12–15 mm
Flugzeit Mitte Juni bis Ende September
Vorkommen Regional gefährdet
Blütenvorliebe Spezialisiert auf Korbblütler (z.B. Bitterkraut, Wegwarte, Ferkelkraut)
Lebensraum Sandgruben
Nistweise Selbst gegrabene Hohlräume im Sand

Bei den Braunbürstigen Hosenbienen haben die Weibchen die Hosen an – und das im wahrsten Sinne des Wortes! Die Weibchen der Dasypoda hirtipes haben buschige Haare an den Beinen, die aussehen wie Baggypants. Mit diesen "Hosen" können die Wildbienen super effizient Pollen transportieren, um ihren Nachwuchs mit Nahrung zu versorgen.

Die Weibchen der Braunbürstigen Hosenbiene erkennst du an ihren unverwechselbaren "Hosen", die sich mit Pollen und Nektar vollsaugen. Die weiblichen Exemplare der Hosenbiene werden ca. 15 Millimeter groß, die Männchen sind etwas kleiner. Der Thorax der Hosenbiene ist schwarz mit dünnen weißen Binden. Ihr Kopf und Brustsegment sind, wie die Beine auch, stark behaart. Um Dasypoda hirtipes von anderen Hosenbienenarten zu unterscheiden, musst du die Wildbiene bei der Nahrungsaufnahme beobachten. Sollte sie Korbblütler, wie Wegwarte, anfliegen, dann ist es höchstwahrscheinlich eine Braunbürstige Hosenbiene.

Die Hosenbiene nistet im sandigen Boden.
Die Hosenbiene nistet im sandigen Boden © Pixabay

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Kommentar von traudel |

mich hat heute bei der RETTUNG aus der gießkanne etwas gestochen,eher gebissen?
ich würde gern ein foto und video schicken- denke , es ist eine erdhummel - da ich eine BIENENMAMA von der ROTEN MAUERBIENE bin ( welche dieses jahr ganz fleißig waren und 27 röhrchen ihres BEE HOMES belegt haben) kann ich ihr das natürlich verzeihen 😊 aber , es brennt höllisch🥴

Kommentar von Michael |

@traudel

Oh, oh! Kann es sein, dass es vielleicht eine Baumhummel war? Das ist nämlich die einzige heimische Hummelart, die stechen kann?

Liebe Grüße
Michael

Kommentar von konstantin |

wer glaubt, die Baumhummel sei die einzige Hummelart, die stechen kann, der sollte einfach mal eine der anderen Hummelarten in die Hand nehmen, Weibchen natürlich, ein bisschen festhalten und beobachten, was sie tut. Nur die Evidenz überzeugt, nicht aber von anderen abzuschreiben.

Kommentar von Günter Matzke-Hajek |

Die Abbildung im Art-Steckbrief zur Frühlings-Pelzbiene (Anthophora plumipes) zeigt eine andere Art:
Was dort auf Weißdornblüten sitzt, ist die Aschgraue Sandbiene (Andrena cineraria).
Beste Grüße
Günter

Antwort von Michael Watson

Hi Günter,

vielen Dank für den Hinweis! Das werden wir umgehend ändern.

Bienige Grüße

Michael

Kommentar von Andrea |

Bin als "Insekten-Neuling", die sich für das Thema interessiert, auf die Seite gestoßen: die guten Beschreibungen und schönen Fotos machen Freude.

Antwort von Michael Watson

Vielen Dank für das tolle Lob, Andrea! Mit Bee friendly wollen wir unsere Mitmenschen für Themen wie Wildbienen, Biodiversität und das Insektensterben sensibilisieren! Melde dich gerne zum Newsletter an oder folge uns auf Instagram, um auf dem Laufenden zu bleiben :-)

Kommentar von Traudel |

Am 22.6.21schrieb ich von meinem Erlebnis mit der beißenden ERDHUMMEL- danke Michael für deine prompte Antwort- es war eine Erdhummel- diesen Sommer hat es ihnen in meinem Garten besonders gefallen- und sie brummeln immer noch- meine Scheinmyrthen haben es ihnen wohl angetan-die blühen immer noch prächtig...
Ich habe ein BEE HOME- darin schlafen ROTE MAUERBIENEN- 27 Röhrchen sind verschlossen, und im Kästchen kann man die Kokons sehen--allerdings ist an 2 Röhren eine Beschädigung des Verschlusses zu erkennen- jetzt bin ich aber besorgt...was könnte denn das sein?
Über eine Antwort würde ich mich freuen

Antwort von Michael Watson

Liebe Traudel,

vielen Dank für deine Nachricht. Für mich klingt das so, als hättest du Besuch von Kuckucksbienen an deinem Bienenhotel gehabt. Vielleicht kennst du die Masche des Kuckucksvogels: Der Kuckuck sucht sich ein Nest eines anderen Vogels aus, legt dort seine Eier ab und kümmert sich dann nicht mehr darum. Die nichtsahnende Nestinhaberin kümmert sich weiterhin liebevoll um die Eier, bis sie schließlich schlüpfen. Doch im Vergleich zu den anderen Küken im Nest, ist das Kuckucks-Küken instinktiv viel aggressiver und beginnt sofort seine „Geschwister“ totzupicken.

Auch bei den Wildbienen kann man solches Verhalten beobachten: Wie bei den Vögeln sind die Kuckucksbienen ziemlich hinterlistig und warten bis kurz bevor die Brutzelle fertiggestellt ist. Sobald die Luft rein ist, weil die Bienen-Mama noch Proviant für ihre Larve holt, krabbelt die Kuckucksbiene in das fremde Nest und legt ein zweites Ei in die Brutzelle. Nach mehreren Monaten schlüpft schließlich die Kuckuckslarve und beginnt sofort damit den wertvollen Proviant der Solitärbienen-Larve zu vertilgen. Spätestens wenn die andere Larve schlüpft, wird sie von der Kuckuckslarve getötet – meistens wird aber das Ei schon vorher aufgebrochen und gefuttert.

Das mag jetzt sehr schlimm klingen, aber hab bitte keine Panik! Das ist ein ganz natürlicher Vorgang in der Natur, in den wir nicht eingreifen sollten.

Liebe Grüße

Michael